BHK Pflegedokumentation

1. Wie ist die BHK-Pflegedokumentation entstanden?

"Wo kann man ein Pflegedokumentations-System für die häusliche Kinderkrankenpflege bekommen?". Diese Frage wurde uns in den letzten Jahren immer wieder von Kinderkrankenpflegediensten gestellt. Leider gab es kein solches System! Jeder Dienst musste deshalb so gut es ging die für die Altenpflege entwickelten Dokumentationssysteme nutzen oder eigene Formulare erstellen.

Der BHK e.V. hat daher in 2009 entschieden, eine Arbeitsgruppe ins Leben zu rufen, die eine Pflegedokumentation speziell für die häusliche Kinderkrankenpflege erstellen sollte.

Mitgemacht haben acht erfahrene Kinderkrankenschwestern, die Leitungspositionen in BHK-Mitgliedsdiensten inne hatten. In 14 Treffen zwischen April 2009 und Juli 2011 wurden Formulare vorgestellt und verglichen, Anforderungen und Probleme diskutiert und schließlich neue Formulare erstellt.

Dabei wurde schnell deutlich, wie komplex die Erarbeitung einer Pflegedokumentation für die Häusliche Kinderkrankenpflege sein würde: je nach Alter des Kindes, dem täglichen Versorgungsumfang, dem konkreten Pflegeauftrag, der Erkrankung des Kindes und der familiären Situation sind sehr unterschiedliche Formulare nötig. Dennoch blieb es das Ziel der Arbeitsgruppe, eine neue Pflegedokumentation zu erstellen, die diesen verschiedenen Anforderungen gerecht wird, dabei aber handlich und übersichtlich bleibt.

2. Was ist das Besondere am BHK-Pflegedokumentations-System?

"Schlank und Schlau" ist das Motto der BHK-Pflegedokumentation für die häusliche Kinderkrankenpflege, die von Praktikern für die Praxis entwickelt wurde.

"Schlank", weil 27 Formulare das ganze Spektrum der Häuslichen Kinderkrankenpflege abdecken. Das System eignet sich für Kinder aller Altersstufen, Pflegebedarfe und Versorgungsumfänge. Durch systematische Verweise zwischen den Formularen werden zudem Fehlerquellen reduziert und Doppeldokumentationen ausgeschlossen.

"Schlau", weil das BHK-System einen besonderen Lerneffekt bietet: bereits durch die Nutzung der BHK-Formulare und Trennregister werden die Pflegekräfte laufend geschult. Sie erfahren, welchen Zweck die einzelnen Formulare haben, wie sie korrekt ausgefüllt werden und wie die Inhalte der einzelnen Formulare zusammenhängen. Und sie werden außerdem dabei unterstützt, die relevanten Expertenstandards umzusetzen.

Die BHK-Pflegedokumentation bietet außerdem:

1. Ein ganz neues Formular "Beobachtung und Durchführung": alle wichtigen Parameter können hier in 11 Modulen dokumentiert werden – sei es für 24-Stunden-Versorgungen oder für kürzere Versorgungen. Pro Kind werden nur die Module ausgewählt, die jeweils benötigt werden. Zusätzlich dient es als Durchführungsnachweis.

2. Trennregister zu jedem Formular: sie bieten Hinweise zum Ausfüllen des Formulars, Formulierungshilfen und Gedankenstützen. Die Trennregister sind aus strapazierfähigem Karton hergestellt und mit einer sogenannten Tabe versehen. So kann man jedes Formular sehr schnell finden.

3. Wie ist das BHK-Pflegedokumentations-System aufgebaut?

Das BHK-Pflegedokumentations-System für die häusliche Kinderkrankenpflege ist in vier Bereiche gegliedert, jedes der 27 Formulare ist einem der vier Bereiche zugeordnet:

  • Informationssammlung
  • Planung und Evaluierung
  • Krankenbeobachtung
  • Kommunikation mit Ärzten und Eltern

Informationssammlung

Zur Informationssammlung gehören die Formulare Stammdaten, Familienanamnese und biografische Daten, Pflegeanamnese (basierend auf den AEDL nach Monika Krohwinkel) sowie Medizinprodukteliste.

Planung und Evaluierung

Dieser Bereich umfasst die Formulare Pflegeplanung, Notfallplan, Ernährungsplan, Bewegungs-und Lagerungsplan sowie einen Hygieneplan.

Krankenbeobachtung

Das zentrale Dokument hier ist das Formular Beobachtung und Durchführung, welches aus elf Modulen besteht. Pro Kind werden nur die Module ausgewählt, die für die Versorgung erforderlich sind. Die Module haben eine Doppelfunktion: Sie dienen der Krankenbeobachtung und als Durchführungsnachweis. Ergänzend stehen die Formulare Wundbehandlung und Wundverlauf, Anfallsprotokoll, Ernährungsprotokoll, Blutzucker-und Insulin-Protokoll, sowie drei Varianten zur Schmerzerfassung inkl. Schmerzmessung (KUSS, PPP, SAS) zur Verfügung. Außerdem ist hier das Formular Pflegebericht zugeordnet.

Kommunikation mit Ärzten und Eltern

In diesem Bereich befinden sich die ärztlichen Anordnungen und die ärztlichen Bedarfsanordnungen – jeweils in einem eigenen Formular. Weiterhin können hier die Gespräche mit Ärzten, Eltern etc. jeweils in separaten Formularen dokumentiert werden.

Weiteres

Für Formulare, die der Pflegedienst darüber hinaus in seine Doku-Mappen einfügen möchte, ist ein eigener Bereich vorgesehen, z.B. für Leistungsnachweise.

4. Wie können Sie mehr über das BHK-Pflegedokumentations-System erfahren?

Beigefügt finden Sie eine Auflistung aller Formulare, die zum BHK-Pflegedokumentations-System gehören. Jedes Formular ist kurz erläutert.

Zu einem Selbstkostenpreis von 100,00 Euro* können BHK-Mitgliedsdienste einen Muster-Ordner erwerben. Der Preis für Nicht-Mitgliedsdienste beträgt 300,00 Euro*.

Den Muster-Ordner können Sie formlos per Mail oder Fax beim BHK bestellen.

*Alle Preise verstehen sich zzgl. der gesetzlichen MWSt von 19 %.

5. Was müssen Sie tun, wenn Sie die BHK-Pflegedokumentation nutzen möchten?

Als BHK-Mitglied können Sie die BHK-Pflegedokumentation für eine monatliche Gebühr von 24,95 Euro* nutzen. Sie schließen mit dem BHK einen Nutzungsvertrag über 2 Jahre und erhalten anschließend die Formulare als druckbare PDF-Dateien im A4-Format auf CD ROM.

Ist Ihr Dienst noch nicht Mitglied im BHK e.V., fallen für die Dateien einmalig 1.099,00 Euro* an und weiterhin eine monatliche Gebühr von 49,50 Euro*. Auch hier wird ein Nutzungsvertrag über 2 Jahre abgeschlossen.

Die monatliche Gebühr ist nötig, damit der BHK die Formulare laufend weiterentwickeln und die Dienste bei der Nutzung telefonisch begleiten kann.

Weitere Leistungen:

  • Trennregister-Sätze können Sie separat bestellen, ein Satz kostet 19,95 Euro* für Mitglieder und 49,95 Euro* für Nicht-Mitglieder.
  • Der BHK bietet zudem Inhouse-Schulungen an, damit Sie die Pflegedokumentation in Ihrem Dienst optimal nutzen können.

*Alle Preise verstehen sich zzgl. der gesetzlichen MWSt von 19 %.

Bei weiteren Fragen zum BHK-Pflegedokumentations-System oder zu den Preisen wenden Sie sich bitte an die BHK-Geschäftsstelle.

6. Wer hat bei der Entstehung der BHK-Pflegedokumentation mitgewirkt?

Der BHK bedankt sich herzlich bei den Mitgliedern der Arbeitsgruppe. Sie haben Arbeitszeit, Fahrtkosten, fachliches Knowhow, umfangreiche praktische Erfahrungen sowie sehr viel persönliches Engagement in dieses Projekt eingebracht!

Ein besonderer Dank gilt auch den Pflegediensten, die ihre Mitarbeiter freigestellt und ihre Dokumentationssysteme zur Verfügung gestellt haben.

Zur Arbeitsgruppe gehörten:

Hildegard Dunker
Kinderkrankenschwester, Dipl. Pflegewirtin (FH), Pflegedienstleitung bei "wir für pänz e.V." , Köln

Nancy Geist
Kinderkrankenschwester, Studium Pflegemanagement (FH), Projekt-Referentin beim BHK e.V.; bis Februar 2011 "Pflege Notfallteam", Bad Oldesloe

Helga Gessenich
Kinderkrankenschwester, Dipl. Pflegewirtin (FH), Qualitätsbeauftragte (TÜV), Pflegedienstleitung im "Kinderhospiz Regenbogenland", Düsseldorf; bis 2010 Kinderkrankenpflegedienst "KidCare", Eschweiler

Monika Hoolmann
Kinderkrankenschwester, Pflegeberaterin und Dozentin im Gesundheitswesen, stellvertretende Pflegedienstleitung bei "Abrahams Schoß", Geldern

Petra Nasemann
Kinderkrankenschwester, Qualifikation für die mittlere Führungsebene, Praxisbegleiterin für Basale Stimulation in der Pflege, Pflegeberaterin, Fachkraft für Kontinenz-Förderung, Mitarbeiterin im Diakonischen Werk Bethanien, Dortmund; bis 2010 Pflegedienst "NAK", Dortmund

Petra Opitz
Kinderkrankenschwester, Geschäftsführerin und Pflegedienstleitung bei "Häusliche Kinderkrankenpflege Marburg e.V."

Maria-Theresia Gräfin von Spee
Kinderkrankenschwester, MA Pflegemanagement, Pflegedienstleitung bei "Die Kängurus", Contilia GmbH, Esse

Stefanie Zang
Kinderkrankenschwester, Dipl. Pflegewirtin (FH), "Mobile Ambulante Pflegepartner", München

Für weitere Informationen nehmen Sie bitte mit uns Kontakt auf.